Jung, Unternehmerin, Miss Handwerk: Emily Maichle räumt mit Klischees auf
Shownotes
Emily Maichle ist Bestattermeisterin, Unternehmerin im Familienbetrieb und Miss Handwerk 2026. Im Gespräch mit Sebastian Egelhof spricht sie darüber, warum der Tod für sie nie ein Tabuthema war, weshalb sie sich bewusst für das Handwerk entschieden hat und wie sie heute Verantwortung für Angehörige, Mitarbeitende und die Zukunft ihres Familienunternehmens übernimmt.
Es geht um Frauen im Handwerk, Unternehmensnachfolge und die Herausforderung, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden. Emily erzählt, warum sie als junge Frau oft unterschätzt wird, wie sie das Vertrauen trauernder Angehöriger gewinnt und weshalb Digitalisierung auch in einem sensiblen Beruf wie dem ihren Grenzen hat. Gleichzeitig macht sie deutlich, warum sie sich als Miss Handwerk für mehr Sichtbarkeit des modernen Handwerks engagiert und junge Menschen ermutigen möchte, ihren eigenen Weg zu gehen.
Eine Folge über Verantwortung, Mut und Berufung – und darüber, warum das Handwerk weit mehr ist als alte Klischees.
Emily Maichle im Netz: Instagram: @maichle.bestattungen
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Transkript anzeigen
00:00:04: Goldboden, der Podcast
00:00:05: vom Handwerk BW.
00:00:11: Herzlich willkommen zu Goldbohden dem Podcast von HandwerkBW!
00:00:15: Mein Name ist Sebastian Egelhof und ich bin Geschäftsführer für allgemeine Politik- und Kommunikation bei HandwerkBB Und heute wird mir gleich eine doppelte Ehre zuteil.
00:00:24: Ich darf unseren Hauptgeschäftsführerin Peter Haas in dieser Folge als Haus vertreten und ich darf dazu mit einem ganz besonderen Gast sprechen.
00:00:30: Sie steht gleich für mehrere Themen die das Handwerk ausmachen Traditionen und Zukunft Verantwortung und Unternehmertum Leidenschaft für den Beruf und Engagement für das gesamte Handwerk.
00:00:40: Arbeitet im Familienunternehmen, und ist die aktuelle Misshandwerk-Zweitausendsechsundzwanzig!
00:00:46: Ziel repräsentiert damit nicht nur ihren eigenen Beruf sondern das moderne Handwerk insgesamt – ein Handwerk, das oft unterschätzt wird und dass Menschen in den schwierigsten Momenten ihres Lebens begleitet.
00:00:55: Schön, dass du da bist Emily.
00:00:56: Danke für die Einladung.
00:00:59: Ja Emily, Du arbeitest heute als Bestattermeisterin.
00:01:02: War für Dich eigentlich immer klar, dass Du diesen Weg gehen möchtest?
00:01:06: Tatsächlich war es für mich eigentlich schon immer klar, dass ich das Gleiche machen möchte wie meine Eltern und meine Großeltern.
00:01:12: Wie's halt so ist wenn man in einem Familienbetrieb auch aufwächst?
00:01:15: Ich hatte dann nach meinem Abitur mal noch kurz mit dem Gedanken gespielt Medizin zu studieren habe dann aber gesagt, ich hab jetzt eigentlich erstmal genug gelernt.
00:01:22: Ich möchte auch mal ein bisschen was arbeiten und ein bisschen etwas tun und hat mich dafür entschieden erst einmal die Ausbildung zur Bestatterin zu machen weil ich dann immer gesagt habe Studierendehen kann ich danach noch bis zum heutigen Tag nicht mehr studieren gegangen.
00:01:36: Okay, damit bist du ja auch wirklich sehr stark in diesem Familienunternehmen aufgewachsen sozusagen von klein auf.
00:01:42: Viele Menschen würden jetzt auch sagen okay wenn man so früh mit diesem Beruf auch in Berührung kommt egal mit welchem Beruf dann prägt ein das entweder sehr stark oder man möchte aber auch mal was ganz anderes machen und komplett ausbrechen.
00:01:55: Aber diese Momente so abseits dieses leichten Studiengedankens vielleicht mal irgendwann die gab es bei dir gar nicht.
00:02:02: oder wie war das?
00:02:03: Nee, gab's bei mir tatsächlich nicht.
00:02:05: Und es war auch so als Kind das Thema Tod in der Familie immer normal.
00:02:11: Man hat da nie was Besonderes draus gemacht und deswegen bin ich mit diesem Thema Todabschiedrauer ganz anders aufgewachsen weil man mir als Kind auch schon ... Man hat dann normal drüber gesprochen wie über alles andere irgendwie im Alltag auch.
00:02:24: Deswegen hatte ich dann auch nie Berührungspunkte, viele sagen wie kannst du Beschatterin sein?
00:02:29: Aber wenn man anders damit aufwächst dann hat man da auch einfach irgendwie einen anderen Bezug zu dem Thema.
00:02:35: Und ich habe es schon wirklich früh immer gesagt, dass ich bestattert werden möchte.
00:02:39: Ich durfte mit drei Zehnen das erste Mal mit zur Abholung.
00:02:42: Vorher durfte ich nicht.
00:02:43: Da hat der Papa immer gesagt – ich bin noch zu jung!
00:02:46: Aber es war für mich eigentlich immer klar, dass sich Bestatterin werden
00:02:49: mag.".
00:02:49: Ja, spannend.
00:02:50: Und es ist jetzt natürlich auch ein Beruf.
00:02:52: da hat man ja als Mensch auch erst mal ein ganz bestimmtes Bild im Kopf und wahrscheinlich auch super viele Fragen.
00:02:59: wie reagieren denn die Menschen wenn du erzählst dass du Bestattermeisterin bist oder wenn sie das mitkriegen?
00:03:05: Wenn ich neue Menschen kennenlerne und denen sage ich bin Bestatterin oder Bestatter Meisterin dann ist da die Verwunderung erstmal immer groß weil die sagen hekt Krass, so hätte ich mir einen Bestatter vorgestellt.
00:03:17: Weil wir da wirklich noch sehr in den Klischees leben, dass der Bestatter irgendwie der ältere Mann im schwarzen Anzug ist.
00:03:24: und wenn dann halt einfach eine blodde junge Frau vor denen steht, sagen die heißt damit hätten wir nicht gerechnet?
00:03:29: Und dann ist es auch immer so v.a.
00:03:31: mit einem lockeren Umfeld das mir viele verrückte Fragen gestellt werden mit Dingen, die die Wände dann einfach interessieren.
00:03:38: Manchmal, wenn ich da aber keine Lust drauf habe ... sage ich auch gern mal einfach nur, ich bin Eventmanagerin.
00:03:44: Einfach weil dann zu dem Thema nicht ganz so viele Fragen kommen und ich denke, ich organisiere Events auf die keiner gerne möchte aber im Großen und Ganzen ist es tatsächlich am Ende des Tages doch ein sehr ähnlicher Beruf.
00:03:56: Würdest du sagen, die neugierigen Fragen überwiegen da oder sind das doch auch dann eher Berührungsängste?
00:04:01: Die Menschen dann manchmal haben
00:04:04: Die neugierigen Fragen überwiegen da auf jeden Fall.
00:04:07: Man muss sich vorstellen, die Menschen, die ich dann kennenlernen sind in den seltensten Fällen persönlich gerade mit einem Trauerfall irgendwie in Verbindung und lassen sich natürlich auch so absurdere Fragen einfacher stellen.
00:04:17: wenn man jetzt ein Bestatter in seiner privaten Zeit kennenlernt und denen einfach mal was fragen kann ohne dass das irgendwie verurteilt wird in irgendeine Richtung.
00:04:25: Das macht schon einen großen Unterschied.
00:04:27: Okay, der Merk ist auf jeden Fall da nicht allzu sehr verrückte Fragen zu stellen.
00:04:31: Wenn man mal irgendwie mit dir unterwegs ist, verstehe ich?
00:04:34: Jetzt hast du ja... Gerade auch schon erzählt, dieses Bild herrscht oftmals vor von den alten weißen Männern im dunklen Anzug.
00:04:40: Die dann der Bestatter sind und du bist ja so ziemlich genau das komplette Gegenteil von diesem Klischeebild.
00:04:46: Du bist jung, du bist eine Frau Und du bist in diesem Beruf unterwegs, den viele einfach gar nicht so sehr mit jungen Frauen verbinden.
00:04:52: Und die nächste Frage liegt da eigentlich auch oft auf der Hand.
00:04:56: Wirst du aus deiner Sicht da manchmal auch einfach unterschätzt?
00:04:58: Ja!
00:04:59: Das ist ein Thema... Frauen im Handwerk auch allgemein haben.
00:05:03: Es ist halt immer so, dieses Menschen sehen mich in meiner Arbeit dann als Bestatterin oder mein Berufsalltag und sie trauen mir gewisse Dinge gar nicht zu was ich schon von Angehörigen wenn ich zudem nach Hause gefahren bin zum Beispiel mit meinem Vater um den Verstorbenen dort abzuholen.
00:05:18: Und der Sohn macht die Tür auf und sagt dann zu meinem Vater ja Herr Meichle wo ist denn ihr anderer Mitarbeiter?
00:05:24: Mein Vater sagt Ja was für ein anderer Mitarbeiter.
00:05:27: Warum soll jetzt noch jemand kommen?
00:05:28: Das sind doch zu zweit und der Sohn, die sich dann von oben bis unten anschaut und sagt ja wie ihre Tochter kann doch jetzt hier mein Vater nicht aus dem zweiten Stock
00:05:35: tragen.".
00:05:36: Und das sind schon so Dinge wo man daneben steht und erst mal schluckt und denkt hey wenn ich es nicht könnte wäre ich nicht hier und immer dieses ständige Sich beweisen müssen.
00:05:46: Das Problem haben ganz sagt viele Frauen im Handwerk.
00:05:49: Ich sag aber immer, genau diese Momente haben mich auch nachher stärker gemacht.
00:05:53: oder auch wenn in Beratungsgespräch ich irgendwie dann mit der Witwe am Tisch gesessen bin um die Bestattung von ihrem Mann zu planen.
00:06:00: Man merkt da am Anfang von den Leuten schon ein bisschen so skeptische Blicke und die geben einem das Gefühl wie soll dieses junge Mädchen uns jetzt in dieser schwierigen Zeit in unserem Leben eigentlich vernünftig und professionell begleiten?
00:06:14: Ich habe das mittlerweile gut raus, dass dieses Skepsis tatsächlich nach ein paar Minuten verfliegt und die Angehörigen mir dann auch vertrauen.
00:06:21: Und wir dann einen würdevollen Abschied für den verstorbenen Menschen gestalten können.
00:06:25: aber es sind schon immer wieder Momente wo man sich beweisen muss – die Kostenkraft, die eigentlich nicht nötig sind.
00:06:31: Aber sie sind halt da und damit muss man als Frau auch leben und umgehen.
00:06:35: Zwischendurch denke ich mir dann auch, lieber beweise ich mich einmal zu viel und zeige aber den Menschen das ich es kann.
00:06:41: Wie dass sie von Grund aus schon ausgehen davon, dass sich alles kann?
00:06:44: Und dann klappt's nachher vielleicht doch nicht
00:06:46: so.".
00:06:46: Jetzt habe ich ja auch Eingangs schon gesagt du hast viele Besonderheiten die du in dir vereinst und eine ist natürlich gerade dein ganz großes Ehrenamt als Du ausfüllst in diesem Jahr.
00:06:56: Du bist die Misshandwerk-Zweitausendsechsundzwanzig geworden zusätzlich zu Deiner Arbeit in deinen Familienunternehmen.
00:07:04: Ein Titel kann man sagen, aber vor allem auch eine große Bühne für die Themen, die dir auch wichtig sind.
00:07:09: Warum war denn denn die Teilnahme an dieser Wahl so wichtig?
00:07:12: Also ich muss ja sagen Ich habe mich beworben ohne mich genau darüber zu informieren was das Ganze mit sich tragen könnte weil ich nie dachte dass ich da überhaupt gewinnen könnte Die Wahl oder diesen Bewerbungsprozess auf Instagram durch Zufall gesehen, wo so eine Werbeanzeige geschaltet wurde mit bewirblich jetzt und ich dachte ja komm' ich bewerblich einfach mal wird schon schief gehen.
00:07:32: Ja cool!
00:07:33: Und bin dann auch da wirklich ein bisschen mit der Aufgabe die mir auferlegt wurde gewachsen.
00:07:39: Mir liegt es schon immer am Herzen das Handwerk einfach so ein bisschen präsenter darzustellen weil viele ja wirklich nur denken das Hand werk sind halt irgendwie die Männer und Frauen, die auf der Baustelle arbeiten.
00:07:49: Und das war es.
00:07:50: aber Handwerk ist halt so unglaublich vielfältig und soviel mehr wie nur dieses Arbeiten auf der baustelle.
00:07:56: Da habe ich dann schon auch die Chance gesehen einfach auch so Nischenberufe, die man gar nicht unbedingt mit dem Handwerk in Verbindung bringt, die einfach ein bisschen mehr darzustellen und natürlich auch unseren Beruf als Bestatter weil man uns auch so ein bisschen nachsagt bei uns alles so traurig und unser Beruf ist so schlimm.
00:08:12: Aber unsere Beruf ist gar nicht schlimm.
00:08:13: Unsere Beruf ist eigentlich wirklich sehr schön.
00:08:16: Da habe ich dann auch so ein bisschen die Chance gesehen, den Menschen das einfach zu erzählen.
00:08:19: Wie nehmen wir als Bestatter unsere Arbeit wahr?
00:08:22: Ja seit dem Titel gewinnt bist du dann jetzt wahrscheinlich auch mit vielen neuen Menschen und Veranstaltungen irgendwie konfrontiert kriegst ganz viele neue Perspektiven kann ich mir vorstellen und tauchst da richtig schön tief nochmal in die Handwerksfamilie und in die Organisationen ein und ist ja auch toll.
00:08:35: deswegen bist du ja heute hier unter anderem bei uns.
00:08:38: was hat sich denn würdest du sagen so seitdem Titelgewinn bei dir verändert?
00:08:41: Ich muss tatsächlich sagen, es ging schon während diesen Bewerbungsprozess von Misshandwerk los.
00:08:45: Dass ich so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt habe die so starke Geschichten haben einfach so Menschen, die wirklich richtige Macher sind also ist ja Wahnsinn wie viel Macher in diesem in diesen ganzen Handwerksberufen gibt und auch jetzt nach der Wahl natürlich dieses Netzwerken auch miteinander das Austauschen mit anderen Frauen, wo man hört hey die haben genau die gleichen Probleme im Alltag dass sie nicht ernst genommen werden nur weil sie Frauen sind.
00:09:11: So das gibt einem dann selbst viel mehr Kraft indem man merkt wir sind damit nicht alleine.
00:09:17: Und genau da sehe ich dann auch die Zukunft, dass wir das den zukünftigen jungen Handwerkerinnen sagen können.
00:09:22: Wir haben alle die gleichen Probleme oder haben in jungen Jahren die gleichen Probleme gehabt und wir haben es geschafft.
00:09:28: also schafft sie ja auch.
00:09:29: Ja super, du bist einfach... das merkt man auch diesen Spirit.
00:09:32: Du bist einfach ein tolles Sprachhohr glaube ich für diese neue Generation an Handwerkerinnen und Handwerkern.
00:09:36: Und es finde ich super wertvoll und super toll!
00:09:39: Wenn du jetzt in jungen Menschen treffen würdest vielleicht Geselle oder auf dem Weg dahin der oder dir sagt okay Ich finde da einen Beruf spannend Vielleicht auch deinen Beruf Der Bestattern spannend Aber sie trauen sich nicht diesen Weg zu gehen.
00:09:53: Was würdest du so jemandem sagen oder raten?
00:09:56: Wir müssen einfach in unserem Leben viel mutiger sein und wenn wir für uns irgendwie eine Leidenschaft in uns tragen, dann müssen ausbreiten.
00:10:05: Dann müssen wir das auch tun, wenn wir darauf Lust haben und dann gibt es keinen von den Eltern oder von den Lehrerinnen der Schule ein.
00:10:11: du gehörst dich ins Handwerk lernen doch wie lieber was gescheit ist!
00:10:15: Was ist denn was Gescheites?
00:10:16: Also ich meine im Handwerk wir machen ja etwas für die Menschen und wir sehen am Ende vom Tag was wir selber mit unseren eigenen Händen geschaffen haben ohne dass wir Angst haben müssen unsere Berufe dass sie jemals irgendwie mit KI ersetzt werden.
00:10:27: und das ist was wo ich sage ey wenn ihr wirklich einen Beruf sucht für den ihr brennt und ich sage, das ist ganz wichtig in einem Leben.
00:10:36: Dass man nicht Sonntagabend denkt, oh Gott!
00:10:38: Ich muss morgen früh wieder zum Arbeiten gehen, sondern denke, okay, so ein Wochenende war schön.
00:10:41: Morgen früh starte ich mit neuer Energie wieder in die Arbeitswoche und hab auch Spaß daran was ich tue.
00:10:46: Dann gibt es einen ganzen... anderes Lebensgefühl.
00:10:49: Und dann ist vielleicht auch dieses Thema Work-Life Balance gar kein großes Thema mehr, weil dieses Arbeiten auch zu dieser Life Balance gehört.
00:10:57: und dann ist diese Arbeitspunkt da gar kein Thema mehr.
00:11:00: und das müssen wir den jungen Menschen noch so ein bisschen erklären und zeigen, dass es einfach auch geht.
00:11:06: Ja
00:11:06: hundertprozent sehe ich absolut genauso.
00:11:08: also dafür ist ja die Rente noch in viel zu weiter Ferne als dass man da schon irgendwie dreißigvierzig Jahre sein Leben entsprechend in einer Tristerin da sein fristen muss.
00:11:17: Und das Leben ist auch dafür viel zu kurz, also wir wissen alle nicht wie viel Lebenszeit uns hier überhaupt bleibt.
00:11:22: Also bringt es auch nichts zu sagen ich mache jetzt einfach einen Beruf und den mache jetzt vierzig Jahre in Generente.
00:11:27: Wir wissen gar nicht ob wir in vierzehn Jahren noch da sind.
00:11:29: Also fange ich doch heute schon anders zu machen was ich lieb und was ich gern mach und zwing mich nicht zu irgendwas auf der sich eigentlich keine Lust habe.
00:11:36: Absolut!
00:11:37: Emily, lass uns mal noch ein bisschen stärker auch auf dein Unternehmen schauen.
00:11:40: Indem du auch groß geworden bist und du bist ja nicht nur Bestattermeisterin sondern auch in deinem eigenen Familienbetrieb aktiv und damit Teil einer Geschichte geworden kann man schon sagen die er auch weit vor dir begonnen hat und die du jetzt aber künftig auch mitgestalten darfst.
00:11:55: der wann war denn der Punkt an dem Du gesagt hast okay aus so einem mithelfen und reinkommen ist für dich auch eine echte Verantwortung geworden.
00:12:04: Ich muss sagen, das war ein superschleichender Prozess.
00:12:06: Da gab es gar kein wirkliches Datum, kein Monat, kein Jahr.
00:12:10: Ich habe sehr voll schon gesagt, ich war dreizehn bei meiner ersten Abholung.
00:12:13: ab dem Moment hab ich viel auch in den Schulferien immer schon nebenher ein bisschen gearbeitet, hab dann zu Hause die Ausbildung gemacht und den Meister gemacht bin aber noch mal für unterschiedliche Praktikas in andere Bestattungsunternehmen gegangen weil ich einfach gesagt habe mir ist es wichtig noch über den Tellerrand hinauszuschauen und auch einmal aus Geißlingen rauszukommen.
00:12:33: Und dann war das einfach so ein schleichender Prozess, dass ich auch von meinen Eltern immer mehr Verantwortung abgetreten bekommen habe.
00:12:40: Das ist bei uns der Vorteil im Familienunternehmen.
00:12:42: Wir haben ganz schwache Hierarchien.
00:12:45: also auch meine Eltern hängen jetzt nicht raus, dass sie die Chefs sind sondern es werden Entscheidungen gemeinsam getroffen man wird nach der eigenen Meinung gefragt und dann wächst man auch in diese Verantwortungsrolle einfach rein
00:12:56: Ganz pragmatisch, wie eben im Handwerk.
00:12:58: Es ist also super schön!
00:13:00: Jetzt ist es ja auch eine besondere Situation weil du ja einerseits auch mal was übernimmst, was besteht mit gewissen Werten und Erfahrungen die man da auch in Betrieb hat und auch ne sehr tief verwurzelten Tradition und andererseits will man ja auch als junge Generation der du definitiv angehörst eigene Ideen irgendwo mit einbringen.
00:13:18: Wie glaubst du findest du da deinen Weg in einen Betrieb den es schon so lange gibt?
00:13:23: Als ich in Betrieb gekommen bin, hatten meine Oma noch mitgearbeitet.
00:13:26: Das heißt wir waren drei aktive Generationen im Unternehmen.
00:13:30: Das ist auch nichts was irgendwie heutzutage noch selbstverständlich ist und da war das wirklich... Ich bin natürlich ins Unternehmen gekommen und habe gesagt Wir müssen das verändern!
00:13:38: Wir müssen es Digitale machen!
00:13:40: Wir können das anders machen.
00:13:42: Und meine oma war dann immer so diejenige die gesagt hat hey seit Fast achtzig Jahre, also mittlerweile gibt es uns in Betriebszeit über achtzig Jahren.
00:13:49: Hat ja gesagt seit fast achtzig jahren machen wir das schon genau so.
00:13:52: und jetzt kommst du und willst uns erklären Wir müssen das jetzt anders machen.
00:13:56: Ich konnte davon meine Oma ganz sagt viel Berufserfahrung tatsächlich auch mitnehmen.
00:14:00: dann haben wir da einfach schon von Anfang an gesagt wir sprechen Dinge durch.
00:14:05: wenn ich Ideen habe ich soll die vorbringen.
00:14:07: mein Vater hat doch immer gesagt wir probieren jede Idee die du ins Unternehmen bringst.
00:14:10: Du siehst am Ende des Tages selber ob's geklappt hat oder nicht.
00:14:14: Das war auch der ganz große Vorteil, dass ich einfach Eltern habe die da offen gegenüber sind für neue Dinge.
00:14:19: Und ich bin dann zwei Tausend neunzehn nach meinem Abitur ins Unternehmen gekommen und dann stand mir erstmal vor der riesen Herausforderung mit Corona und es hieß auf einmal mit den Ausgangssperren wir müssen online Beratungsgespräche führen.
00:14:31: bis vor Corona war die Bestattungsbranche die am wenigsten digitalisierte Berufsbranche überhaupt.
00:14:38: Und auf einmal standen wir dann auch vor den Herausforderungen und da hat sich dann auch in der Digitalisierung, in der ganzen Branche und bei uns im Unternehmen zum Glück sehr viel getan.
00:14:47: Sehr, sehr schön dass du da diese Offenheit auch begegnet bist und sie offensichtlich auch ausgenutzt hast.
00:14:52: Ja ist eine umso wertvoller und auch hier zeigt sich eigentlich dieser handwerkliche Pragmatismus und dieser Hands-on Mentalität einfach ganz schön.
00:14:59: gab es trotzdem einen Punkt wo du für dich erkannt hast okay ich arbeite jetzt nicht mehr nur in diesem Betrieb sondern ich denke schon mal ein bisschen mehr Richtung Zukunft und Strategie und auch in Richtung dieser Verantwortung.
00:15:10: also gab es einen Punkt an dem Du konkret gemerkt hast.
00:15:13: ok Ich bin jetzt nicht nur Bestatterin sondern auch Unternehmerin.
00:15:17: Man merkt natürlich viel bei personellen Geschichten, auch wenn es drum geht neue Mitarbeiter zu suchen Bewerbungsgespräche zu führen, Mitarbeiter einzuarbeiten.
00:15:26: Das war dann so der Punkt für mich als ich dann auch da mit Entscheidungen treffen durfte und nach meiner Meinung kundtun durfte.
00:15:32: So krass eigentlich bist du jetzt gar nicht mehr nur diese Bestatterin sondern es geht auch schon in die Richtung Du bist jetzt halt auch Unternehmerinnen und führst nicht mehr noch Beratungsgesprüche und stehst auf Friedhöfen, sondern machst halt auch das... was ein Unternehmen, ich sag mal im Backoffice einfach so n bisschen ausmacht.
00:15:47: Und das war aber auch so'n ganz schleichender Prozess und es war aber dann irgendwann so dass ich auch mal vor meinem Computer gesessen bin und dachte ja krass eigentlich ist das jetzt nicht mehr das, dass ich Bestatterin bin sondern es geht schon in die unternehmerische Richtung.
00:16:00: Ich habe natürlich den großen Vorteil auch, dass mein Bruder mit im Betrieb ist.
00:16:05: also es wird dann auch wenn's dann irgendwann mal in die Richtung Betriebsübernahme geht Wir werden da zu zweit sein, was für mich dann auch den Druck nicht so groß hält dass ich es alleine schaffen muss sondern das auch wir zu zweits sind.
00:16:16: Was natürlich auch seine Vor- und Nachteile mit sich bringt, was die einen oder anderen Herausforderungen dann nicht außen vorlässt.
00:16:22: aber genau das macht's ja dann noch einfach aus und man ist zu zweite und kann das zu zweittragen und es muss niemand alleine machen.
00:16:28: Dein Bruder ist der auch jetzt quasi in deinem Alter ein Bestattermeister?
00:16:31: Oder ist er ein Nachzügler?
00:16:33: Mein Bruder ist quasi der Nachzügler, er ist ein bisschen jünger und er hat tatsächlich auch nach seinem Schulabschluss gesagt.
00:16:40: Er möchte in eine ganz andere Richtung, er wollte erst gar nicht ins Bestattungsunternehmen.
00:16:44: Er ist Nutzfahrzeugmechatroniker.
00:16:46: und dann aber nach seiner Ausbildung hat er relativ schnell gesagt, ich komme jetzt zu euch im Betrieb und dann war er da und macht gerade seinen geprüften
00:16:54: Bestatter.".
00:16:55: Ja, sehr schön.
00:16:56: Das ist doch auch nochmal tiefer Wurzel im Handwerk und in Familienunternehmen.
00:17:00: so soll das doch sein.
00:17:01: wenn wir über Verantwortung noch mal sprechen was es vorher ja auch schon gesagt Wenn du gerade mit Angehörigen sprichst jetzt aber auch gegenüber Mitarbeitenden der Familie und letzten Endes dem Familienunternehmern.
00:17:12: das Thema Verantwortung ist einfach sehr wichtig glaube ich und spielt eine sehr große Rolle auch in deinem Dasein und in deinm Leben.
00:17:19: Aber was würdest Du sagen bedeutet Verantwortung für dich generell?
00:17:23: Die Verantwortung ist für mich auch ein ganz großer Punkt, immer von Vertrauen haben und eben auch Dinge abgeben können in dem Vertrauen zu sagen hey ich gebe was ab.
00:17:33: Und es wird sich da auch gut darum gekümmert.
00:17:35: also das ist da auf jeden Fall finde ich einen ganz großen Punkt.
00:17:38: Das ist ja auch was Ich kann das jetzt spiegeln meine Eltern zu mir über die Verantwortung oder auch gegenüber meinen Angehörigen, die mir ja auch so ein Stück weit das Vertrauen schenken müssen.
00:17:48: Dass ich die Dinge nachher genauso regel wie sie sich das vorstellen in ihrem Namen.
00:17:53: und also ich finde es kann man dann ganz viele Lebensbereiche auch so aufnehmen.
00:17:58: Jetzt hast du ja auch gesagt, deine Oma hat am Anfang noch in dem Betrieb mitgearbeitet.
00:18:03: Ich gibt es dann schon seit acht Jahrzehnten.
00:18:05: Es ist immer so wenn eine neue Generation diese Verantwortung übernimmt und was verändern möchte und du bist Gott sei Dank auf die Offenheit für Innovation gestoßen und konntest dich da jetzt auch schon in jungen Jahren selbst verböglichen oder damit anfangen sag ich mal?
00:18:22: Nicht immer auch nur ein Bruch, sondern eine Weiterentwicklung.
00:18:24: Aber gibt es jetzt etwas wo du sagst ok konkret das möchte ich jetzt im Unternehmen auch anders machen als die Generation vor dir?
00:18:32: Das Problem ist dass wir als Bestatter einfach so ein bisschen aufpassen müssen dass wir Rituale dies schon seit Jahrhunderten gibt übernehmen müssen aber die auch so abwandeln müssen dass es für die heutige Gesellschaft passt.
00:18:47: Wir leben in einer superschnell lebigen Gesellschaft, es verändert sich ganz arg viel und für uns ist das als Bestatter ein ganz schmaler Grad zu gucken.
00:18:54: Wie weit gehen wir die modernen Transmit?
00:18:56: Und wie weit versuchen mir aber diese Rituale, die wir einfach als Gesellschaft haben, zu bewahren, die vielleicht so abzuändern dass sie auch wieder für die heutige Gesellschaft irgendwie ansprechbar sind.
00:19:08: Da ist dann wirklich so einen Punkt wo wir als Bestattter manchmal wirklich in dem Zwiespalt stecken zwischen... Hey!
00:19:13: Wir haben das schon immer gemacht, wir müssen's weiter machen.
00:19:17: Gesellschaft, die sagt wir wollen das so gar nicht mehr.
00:19:19: Also da so den Grad zu finden und die richtigen Entscheidungen zu treffen ist immer gar nicht so einfach.
00:19:24: auch diese Sachen mit der Digitalisierung.
00:19:26: Wir können nicht alles digitalisieren weil wir als Bestatter haben ja mit Menschen zu tun in die eine supersensiblen Situation im Leben sind geht nicht viel digital.
00:19:36: Da ist auch sehr viel Menschlichkeit dabei und das sind dann einfach so Dinge, die man auch gegeneinander abwägen muss und sagen kann wie weit kann ich digitalisieren?
00:19:44: Dass es hilft aber nicht zu weit zu gehen, dass es nachher bei den Angehörigen ein ungutes Gefühl herstellt.
00:19:50: Ja absolut gerade wenn du ja auch im Kontakt mit Menschen bist und diese Themen Ja, bearbeitest die viele eigentlich verdrängen aus ihrem Alltag.
00:19:59: Sei es Abschied, Trauer auch, die Endlichkeit des eigenen Science letzten Endes.
00:20:04: Da kann ich mir ja vorstellen, dass das auch ein bisschen deinen Blick in sehr jungen Jahren auf das Leben verändert hat.
00:20:10: War das so oder inwiefern?
00:20:12: Also unser Beruf verändert natürlich die eigene Sichtweise auf das eigene Leben schon auch sehr stark.
00:20:19: also wir sehen jeden Tag wie schnell's Leben vorbei sein kann Und man denkt sich dann schon auch manchmal, wenn man irgendwie einen jungen Menschen vor sich liegen hat so okay krass das könnte ja ich sein oder das könnte irgendjemand aus meinem engeren Freundeskreis sein.
00:20:31: und dann versucht man da schon noch mal ein bisschen seine Gedanken zu sortieren und sagen vielleicht sollte mir das Leben einfach viel mehr im hier-und jetzt leben.
00:20:40: Das machen wir nächstes Wochenende, nächsten Monat, nächstes Jahr sondern wenn wir auf was Bock haben sollten wir es jetzt machen und wir sollten gucken dass wir jeden Tag zu einem guten Tag machen uns viel weniger über Kleinigkeiten in dem Leben aufregen.
00:20:52: Was wären denn das für Dinge, die du sagst okay da mache ich mir heute deutlich weniger Sorgen als früher einfach weil ich gemerkt habe ok das Leben kann sich so schnell drehen.
00:21:01: Man hat das immer im Kopf, dass es Leben schnell vorbei sein kann.
00:21:04: Aber auch bei uns kommt der Alltag dazwischen.
00:21:06: und dann passiert's auch da sich mich über den Nachbarn aufregt, weil er jetzt wieder blöd in die Straße geparkt hat oder über die Mitarbeiterin, die den Müll nicht getrennt hat keine Ahnung.
00:21:14: Das man aber tappt sich dann da selber schon auch immer wieder dabei wie man sich über so Kleinigkeiten aufregte.
00:21:19: Und dann hat man aber einen Trauerfall wo man Angehörige nach einem schweren Schicksalsschlag begleiten muss.
00:21:24: Dann denkt man sich wieder ey und gestern hast du dich noch über dem Nachbaren aufgeregt?
00:21:28: Es gibt... viele schlimmere Dinge im Leben, die einem passieren können.
00:21:31: Da ist mir doch egal wie der Nachbar jetzt sein Auto auf die Straße stellt oder nicht?
00:21:35: Also sind dann schon auch Dinge wo uns diese tragischen Trauerfälle noch mal mehr ins Bewusstsein rufen.
00:21:42: Das ist tatsächlich sehr berührend jetzt an der Stelle.
00:21:45: Ich habe mich auch gestern wieder über meine Nachbarin aufgeregt, die mir den Parkplatz weggeschnappt hat und ich musste ein bisschen laufen heute Morgen auch zum Auto zurück.
00:21:52: aber ich nehme mal vor dass ich mich heute wenn nicht nach Hause komme nicht darüber aufregen werde.
00:21:56: Aber es ist tatsächlich einen sehr schönen Gedanke der wahrscheinlich auch viele Hörerinnen und Hörere jetzt auch etwas berühren würde.
00:22:03: Was nimmst du denn für das eigene Leben mit?
00:22:05: Wenn du büroflich jeden Tag diese Ähnlichkeit zu tun hast.
00:22:08: was würdest Du sagen so in einem Satz
00:22:10: dass wir alle keine Angst vor dem Tod haben müssen, weil ich glaube das ist so ein Punkt.
00:22:14: Jeder hat irgendwie Angst davor zu sterben und deswegen verkrampfen die sich dann ihr ganzes Leben lang und haben Angst vor diesem Moment.
00:22:21: aber so wie wir auf die Welt gekommen sind, so gehen wir auch alle.
00:22:23: Wie du niemand von uns hattest ewige Leben bekommen also... Wenn es so weit ist, dann können wir es nicht ändern.
00:22:29: Aber wir müssen aufhören und immer für Krampf zu denken, das darf nichts passieren.
00:22:33: oder was passiert wenn ich sterbe?
00:22:35: Dann ist es so!
00:22:35: Dann passiert es aus einem bestimmten Grund aber sollen einfach das Leben und die Zeit hier genießen Dann ist es doch alles, wofür wir eigentlich hier sind.
00:22:44: Wir haben jetzt sehr viel über deinen persönlichen Weg auch gesprochen und die Erfahrungen, die du in deinem Alltag machst.
00:22:49: Lass uns mal den Blick noch ein bisschen weiter auf das Handwerk insgesamt.
00:22:52: Wenn wir uns jetzt mal anschauen der Anteil an jungen Frauen auch und an Frauen generell bei denen bestattern ist wahrscheinlich nicht sehr ausgeprägt könnte ich mir vorstellen wie nimmst du das denn so wahr?
00:23:06: Ich sag mal biologisch, schon ganz andere Eigenschaften.
00:23:09: Vielleicht die Männer so gar nicht mitbringen können in der Regel.
00:23:13: Man darf da ja auch nicht alle über einen Kamm scheren.
00:23:15: aber auch wir Frauen haben Eigenschafte, die fürs Handwerk einfach ganz wertvoll sein können.
00:23:20: Gerade vielleicht auch was die kreative Richtung angeht und was die empathische Richtung angehnt wo Männer vielleicht oder wohl nicht alle Männer man muss da immer ein bisschen vorsichtig seien so ganz bewandert sind.
00:23:29: Aber da sind wir Frauen dann einfach da und wir gehen Dinge auch anders an.
00:23:33: Und im Handwerk kommt es auch nicht immer drauf an wer hat die meiste oder wer kann jetzt die gewissen Arbeiten am schnellsten erledigen, sondern es kommt auch auf Präzision an.
00:23:41: Und genau dafür brauchen wir dann auch junge Frauen und man kann das, man möchte fast gar nicht glauben im Bestatterhandwerk.
00:23:48: Ich bin nebenher noch im Prüfungsausschuss für die Abnahme der Gesellenprüfungen zur Bestattungsfachkraft
00:23:54: ein weiteres Ehrenamt im Handwerk sehr schön bisschen
00:23:57: und Wir haben in der Ausbildung über sechzig Prozent Frauen.
00:24:01: also Ich trau mich es manchmal gar nicht so arg zu sagen, weil wir da im Handwerk wirklich gut aufgestellt sind was die Bestatte angeht.
00:24:07: Aber weil wir halt auch so Punkte haben, die essentiell wichtig sind wie die Empathie gegenüber anderen Menschen und da sind wir Frauen halt oft tun wir uns leichter als Männer vielleicht tun
00:24:17: Wenn wir jetzt noch einmal allgemeiner dann auf die jungen Menschen auch schauen, tatsächlich ungesehen der Anteil von Frauen und Männern in einem einzelnen Beruf.
00:24:25: Aber viele stehen ja doch vor der Frage, die du dir eigentlich selber schon mal gestellt hast Studiumausbildung Selbstständigkeit oder doch nochmal irgendwie anderer Weg vielleicht da der Richtige sein könnte Warum Handwerk?
00:24:37: Warum sollten junge Menschen heutzutage ins Handwerk gehen?
00:24:40: Das Handwerk ist egal in welchem der ganzen Berufe, die das Handwerk bereitstellt.
00:24:46: Es ist immer ein sehr sinnstiftender Beruf, weil wir am Ende des Tages einfach sagen können.
00:24:50: Wir haben was mit unseren eigenen Händen geschaffen und wir haben das für die Gesellschaft getan.
00:24:54: also auch dieser Punkt.
00:24:55: Wir tun etwas für die Menschen und für die menschen, die wir es tun.
00:24:59: Die sind am ende des Tages irgendwie dankbar und schätzen unsere Arbeit wert.
00:25:03: Das ist ein wahnsinnig schönes Gefühl!
00:25:05: Und was passiert wenn alle jungen Menschen zum Studieren gehen?
00:25:08: Und morgens steht einer auf und dreht den Wasserhahn auf und da kommt kein Wasser mehr raus.
00:25:12: Da kann uns keine künstliche Intelligenz krass programmiertes Programm irgendwie weiterhelfen, sondern wir brauchen einfach Menschen die da sind.
00:25:21: Die was schaffen, Menschen die Macher sind und ja, die einfach etwas für die Gesellschaft auch tun.
00:25:28: Ja Handwerk auch als einfach Daseinsvorsorge, das ist sehr auch genau unser wichtiger Punkt ne?
00:25:33: Und der goldene Boden den das Handwerk ja unbestritten hat wie dieser Podcast oftmals ja auch zeigt!
00:25:39: Jetzt hast du ja bis Handwerk ein Jahr Noch größtenteils vor dir kann man sagen, indem du super viele Menschen weiterhin auch noch erreichen kannst.
00:25:48: Lass uns mal kurz überlegen wir springen in das Jahr zwanzig siebenundzwanzig und machen einen kurzen Rückblick auf dein Ja als Misshandwerk.
00:25:56: was möchtest du am Ende deiner Amtszeit als Misshandwerk denn eigentlich erreicht haben?
00:26:02: Ich möchte erreicht haben, dass ich vielleicht die ein oder anderen jungen Menschen vor allem auch junge Frauen einfach dazu ermutigen kann ins Handwerk zu gehen.
00:26:11: Vielleicht auch gar nicht zu sagen, ich bin dieses krasse Vorbild, sondern noch andere Vorbilder im Handwerk Frauenvorbilden im Handwerks, das es jetzt schon gibt.
00:26:18: Einfach auf die zu zeigen und sagen hey schaut mal!
00:26:21: Es gab schon Frauen, die waren supermutig in's Handwerk Zugehen.
00:26:24: Und wenn ihr jetzt auch so mutig seid da können wir was richtig Großes auch gemeinsam bewegen.
00:26:29: Das ist da so'n bisschen mein Traum dass ich wirklich versuchen kann.
00:26:34: junge Menschen und junge Frauen so ein bisschen dem Handwerk näher zu bringen.
00:26:37: Und einfach mit diesem Klischee aufräumen, wir kommen abends nach Hause und haben eine dreckige Kleidung und haben dreckig Hände, sondern dass das Handwerk so vielseitig ist... ...und ich sage ja in diesen ganzen Berufen die das Handwerk quasi zur Verfügung stellt findet jeder Mensch seine Berufungen.
00:26:51: es ist ganz egal ob das nahe eine Müllerin ist, ob das ne Schreinerin ist oder ob das eine Bestatterin isst.
00:26:56: Es ist so viel seitig da jeder dafür sich eigentlich so seine Berufung und seine Auffüllung finden kann.
00:27:01: In welchem Beruf dann auch nachher immer?
00:27:04: Du, ich muss jetzt einfach nochmal auch ein bisschen persönlicher Frage stellen.
00:27:09: Die man vielleicht als eher Menschen stellen würde die mit sechzig-siebzig oder achtzig auf eine lange Karriere zurückschauen.
00:27:15: aber ich habe auch das Gefühl du bringst wahnsinnig viel mit auf dass du ja schon in deinem wirklich jungen Alter ganz besonders zurückschauen kannst.
00:27:22: und meine Frage wäre gibt es etwas was dich besonders stolz macht wenn du jetzt so oft deinen Weg blickst der dich hier heute auch hergeführt hat?
00:27:30: Ich finde stolz ist vielleicht gar nicht unbedingt der richtige Ausdruck, aber vielleicht eher so in die Richtung Dankbarkeit.
00:27:36: Also ich muss natürlich sagen, ich bin super dankbar dass ich den Beruf als Bestatterin so für mich gefunden habe, dass ich morgens nicht das Gefühl hab, ich muss zum Arbeiten gehen.
00:27:43: Sondern es wirklich was ist, was mich einfach erfüllt.
00:27:46: und ich mach den Beruf auch nicht wegen Geld sondern ich mache das einfach weil's mich persönlich erfüllt.
00:27:50: Und weil ich sehe die Menschen schätzendes Wert, was ich den ganzen Tag für die arbeite und da fängt man dann auch nicht an Überstunden aufzuschreiben, sondern dann macht man halt auch mal etwas für die Familien, wo nachher nicht auf der Rechnung steht.
00:28:02: Einfach wenn man sie für sein eigenes Herz und für seinen eigenen Seelenfrieden macht.
00:28:07: Das ist schon ein sehr großer Punkt.
00:28:10: Ja, du bist glaube ich einfach in deiner Denkweise auch und in deinem Beruf ein ganz großes Vorbild.
00:28:14: Ich glaube das kannst du dir da auf jeden Fall auf die Fahne schreiben!
00:28:17: Wir haben jetzt super viel über deinen Beruf und Verantwortung gesprochen über Nachfolge und auch deine Amtszeit als Misshandwerk.
00:28:25: Und zum Abschluss wollen wir dich noch etwas besser kennenlernen, als das vielleicht jetzt auch schon in den letzten Minuten in diesem Podcast geschehen ist.
00:28:33: Und zwar haben wir eine kleine Tradition hier im Goldboden-Podcast unsere Entwederoderfragen.
00:28:38: Ich würde dich einfach bitten so ganz spontan ohne groß nachzudenken aus dem Bauchhaus zu antworten.
00:28:43: So die erste Antwort zählt und ich würde dir einfach mal ein paar Fragen stellen und bin dann gespannt wie du dich jeweils entscheiden würdest?
00:28:54: Innovationen,
00:28:55: Tradition.
00:28:57: Früher
00:28:57: Aufsteherin oder Nachtäule?
00:29:00: Nachtäuble.
00:29:02: Bestattermeisterin oder Misshandwerk?
00:29:05: Bestatter-Meisterin.
00:29:07: Die Leidenschaft ist sehr schön.
00:29:08: Erdbestattung oder Feuerbestattungen?
00:29:11: Feuerbestättung.
00:29:13: Klarer Antwort.
00:29:14: Social Media oder persönlicher Kontakt?
00:29:17: Persönlicher Kontakt.
00:29:19: Unternehmerin oder Handwerkerin?
00:29:21: Handwerkarin.
00:29:24: Man merkt einfach die Leidenschaft für den Beruf, das ist schön.
00:29:27: Ja Emily ich danke dir es sehr nochmal für dieses offene Gespräch dass wir heute hier führen konnten.
00:29:32: du hast wirklich eindrücklich gezeigt glaube wie viel zeitig das Handwerk ist und dass sich hinter einem beruf soviel mehr verbirgt als man auf den ersten Blick oder durch irgendwelche Klischees die man so kennt wirklich vermutet.
00:29:43: zwar eine Freude und ja es ist sehr wichtig glaube ich auch über Verantwortung und junge Frauen im Handwerk gesprochen haben über die Nachfolge in Unternehmertum Und wie wichtig es ist, auch einfach unsichtbare Berufe ein wenig sichtbarer zu machen.
00:29:57: Ich glaube dazu leistest du auch einen ganz, ganz großen Beitrag und dafür wünsche ich dir jetzt in deiner Amtszeit, die du noch hast als Misshandwerk, dass du das auch weiterhin nutzen kannst und dass du da deine Stimme auch so einsetzt, wie du das schon tust und wie du's dir vorgenommen hast.
00:30:11: Dafür wirklich nochmal viel Erfolg und eine ganz tolle Reise durch diesen unfassbar tollen und bunten Handwerkskosmos!
00:30:18: Vielen, vielen Dank.
00:30:20: Und Ihnen zu Hause und an den Geräten vielen Dank auch fürs Zuhören!
00:30:24: Wenn Ihnen diese Folge denn gefallen hat dann abonnieren Sie bitte Goldboden den Podcast von HandwerkBW.
00:30:30: Weitere Informationen rund ums Handwerk in Baden-Württemberg finden sie auch unter handwerkminusbw.de oder direkt hier auch in den Shownotes unter dem Podcast und natürlich auf unseren Social Media Kanälen.
00:30:41: Mein Name ist nicht Peter Haas sondern Sebastian Egelhof und das war's
00:30:47: Podcast
00:30:48: vom Handwerk BW.
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